Vor dem Kauf

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen(FAQs) vor dem Kauf eines Elektro-Fahrrades .

Das kann man so pauschal nicht sagen. Jede Antriebsart hat Vor- und Nachteile:

Ein Zentralantrieb überträgt seine Kraft über die Gangschaltung auf das Hinterrad. Dadurch wird eine genaue Anpassung an die landschaftlichen Gegebenheiten ermöglicht. Beim Schalten muss man aber bedenken, dass die Geschwindigkeitsgrenze, bis zu der der Antrieb unterstützt, nur im höchsten Gang bei 25 km/h liegt. Bei niedrigeren Gängen hört die Unterstützung dann schon bei deutlich niedrigeren Geschwindigkeiten auf, z. B. bei ca. 10 km/h im 1. Gang. Mit diesem Antrieb fährt man an Steigungen generell etwas langsamer. Dafür ist dieser Antrieb aber für besonders extreme Steigungen besser geeignet.

Der häufig verwendete Nabenmotor im Vorder- oder Hinterrad hat immer die gleiche Übersetzung. Man fährt mit ihm wohl etwas schneller den Berg hinauf. Für die meisten Anwendungen ist aber auch ein Nabenmotor sehr gut geeignet. Ein Nabenmotor im Vorderrad kann bei glatten oder sandigen Strecken oder an sehr steilen Strecken zum Durchdrehen des Vorderrades beim Beschleunigen neigen.

Bei Fahrrädern mit einem Nabenmotor im Vorderrad ist eine Rücktrittbremse möglich. Bei Fahrrädern mit Nabenmotor im Hinterrad oder mit einem Zentralantrieb ist eine Rücktrittbremse technisch nicht möglich. Wer großen Wert auf eine vorhandene Rücktrittbremse legt, wird also einem Nabenmotor im Vorderrad bevorzugen.

Wichtiger als die Art des Motors ist die Sensorik. Hier kann man klar sagen, dass ein Sensor, der die Tretkraft misst, klare Vorteile gegenüber einem Sensor hat, der nur die Drehbewegung der Pedale erkennt.

Weitere Informationen  finden Sie auch auf der Seite "Die Technik ".

Im folgenden Video zeigt Karl-Heinz Lange, der Technische Direktor der Derby-Cycle AG (Fahrradmarken Kalkhoff, Focus, Raleigh, Rixe, Univega) die Unterschiede eines E-Bikes aus seiner Produktion und einem Billig-E-Bike:

Da ist die Frage, ob Sie viel Freude mit einem Billig-Elektrorad haben werden. Die billigen Elektro-Fahrräder stammen meist aus aus chinesischer Produktion. In China fahren bereits ca. 10 Mio. Elektro-Fahrräder, die jedoch völlig anders als hier z. B. mit Blei-Akkus ausgerüstet sind. Diese Fahrräder dort verursachen oft Reparaturkosten pro Jahr in Höhe der Anschaffungskosten. Aufgrund der niedrigen Löhne ist das dort aber oft kein so großes Problem. Werden solche Produkte hier verkauft, so ist aufgrund unserer viel höheren Lohnkosten der wirtschaftliche Totalschaden oft beim ersten Problem erreicht. 

Hochwertige Elektro-Fahrräder verfügen über einen bürstenlosen Gleichstrommotor aus japanischer oder europäischer Produktion - z. B. von Panasonic, Sanyo, Heinzmann oder Schachner. Die Low-Cost-Produkte enthalten meist keinen bürstenlosen Gleichstrommotor mit entsprechend langer Lebensdauer, sondern einen herkömmlichen Gleichstrommotor mit Kohlebürsten. Diese Motoren sind schwerer und unterliegen einem Verschleiß durch die Abnutzung der Kohlebürsten. Oder es ist ein Motor aus chinesischer Produktion eingebaut. Bei diesen Motoren ist der Wirkungsgrad oft entsprechend geringer - damit sinkt die Reichweite.

Hochwertige Elektrofahrräder verwenden meist einen Kraft- oder Drehmomentsensor, um die Tretkraft zu messen. Die gewählte Leistungsstufe legt dann fest, um wieviel die vom Fahrer eingesetzte Kraft durch den Elektromotor verstärkt wird. Da der Radfahrer am Berg mit mehr Kraft tritt als auf ebener Strecke, erhält er am Berg eine höhere Unterstützung als auf ebener Strecke Damit schaffen diese hochwertigen Elektrofahrräder den Spagat: Sie erreichen trotz hohem Unterstützungsfaktor noch große Reichweiten. Durch den Kraftsensor gehen sie sehr effizient mit der im Akku enthaltenen Energie um.

Geringerwertige Elektrofahrräder verfügen nur über einen weit kostengünstigeren Drehsensor, der nur feststellt, ob die Pedale bewegt werden. Werden die Pedale bewegt, so schaltet sich der Motor mit der eingestellten Unterstützungsstufe ein.  Die Steuerung merkt bei diesem Konzept nicht, ob Sie mehr oder weniger Unterstützung benötigen. Der Hersteller legt fest, wie stark die Antriebskraft in den vorhandenen zwei oder drei Fahrmodi ist. Diese Antriebskraft wird dann immer bereitgestellt - egal ob Sie fest oder nur leicht treten. Die Reichweite ist dadurch wesentlich geringer. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.

Im Flachland mag das kein großes Problem darstellen, denn dort ist die Fahrsituation fast immer gleich. Für Fahrten in unserer Mittelgebirgslandschaft sind die Low-Cost-Elektrofahrräder jedoch nicht geeignet, denn hier gibt es unterschiedlichste Fahrsituationen, auf die sich die Steuerung einstellen muss. Billige Elektro-Fahrräder sind entweder zu schwach für unsere Steigungen ausgelegt oder die Reichweite ist zu gering. Die Reichweitenangabe des Herstellers gilt unter optimalen Bedingungen im Flachland ohne Wind und bei geringem Fahrergewicht. Erfahrungsgemäß liegt die Reichweite unter hiesigen Fahrbedingungen bei einem Drittel bis zur Hälfte dieser Angaben. Nur durch ausführliche Probefahrten kann man feststellen, ob ein solches Rad den eigenen Anforderungen genügt.

Zur Energieversorgung wurden bei den Low-Cost-E-Bikes bis 2007 fast ausschließlich NiMH- oder Blei-Akkus eingesetzt. Nachdem die Rohstoff-Preise auf dem Weltmarkt massiv gestiegen sind, werden nun schon öfters Lithium-Ionen-Akkus aus chinesischer Produktion eingesetzt. Über die Lebensdauer und die Sicherheit dieser Low-Cost-Produkte gibt es noch keine Erfahrungswerte. Außerdem handelt es sich bei diesen Akkus meist um Lithium-Ionen-Kobalt-Akkus und nicht um die höherwertigen Lithium-Ionen-Mangan-Akkus. Lithium-Kobalt-Akkus sind nicht ganz ungefährlich.

Ein weiteres Problem dieser Low-Cost-Produkte ist die Ersatzteilversorgung. Während die herkömmlichen Fahrrad-Komponenten wie Schaltung, Bremsen, Kette, Beleuchtung international standardisiert sind und entsprechende Ersatzteile leicht beschafft werden können, gibt es für die elektrischen Komponenten wie Motor, Akkus, Steuerung usw. noch keine Standards. Jeder Hersteller hat seine eigenen Komponenten. Läuft das Geschäft für einen Hersteller nicht zufriedenstellend, so sind oft nach kurzer Zeit keine Ersatzteile mehr zu bekommen - auch dann ist das Elektro-Fahrrad nicht mehr zu gebrauchen. 

Wenn Sie dennoch ein billiges Elektrofahrrad kaufen möchten, ohne es ausführlich zur Probe gefahren zu haben, so sollten Sie vorher sicherstellen, dass Sie ein 14-tägiges Rückgaberecht haben und dass die Ersatzteilversorgung und Reparatur auch nach dem Ablauf von 3 Jahren sichergestellt ist. Die meisten in Deutschland verkauften Billig-Elektrofahrräder werden von Prophete importiert. Diese werden oft unter den Namen "Alu-Rex", "Rex", "Alu-City-E-Bike" usw. bei Obi, Metro, Real, usw. verkauft. Viele Käufer haben bei uns nach dem Ablauf der Garantiezeit um eine Reparatur nachgefragt. Da Prophete aber nach Ablauf der Garantiezeit nach unserer Erfahrung keine Ersatzteile mehr liefert, ist ein Elektrofahrrad bei einem Problem dann ein Totalschaden.

 

Als Daumenregel kann ein Radfahrer einige Hundert Watt kurzzeitig liefern und 100 Watt über eine längere Zeit. Spitzensportler z. B. Radprofis bei der Tour de France können an einem Alpaufstieg ca. 450 Watt Leistung eine Stunde lang liefern.

Pedelecs, die laut Gesetz als Fahrräder eingestuft sind und damit in Deutschland versicherungsfrei sind, dürfen eine Nenndauerleistung (Dauerleistung) von 250 Watt nicht überschreiten. Sie können kurzzeitig noch etwas mehr Leistung liefern - also vielleicht 300 Watt.

Ein brauchbarer Antrieb sollte ebenso wie ein Radfahrer 100 Watt über eine längere Zeit liefern mit einer Spitzenleistung von 250 - 300 Watt. Wenn Sie erwarten, dass ein Antrieb fast die ganze Arbeit leistet - und das noch in bergigen Gegenden, dann brauchen Sie 500 Watt oder mehr. Wenn Ihnen aber eine kräftige Tretkraftunterstützung ausreicht, dann werden Ihnen die 250 Watt ausreichen.

Elektrofahrräder, die die Nenndauerleistung von 250 Watt überschreiten, benötigen ein Versicherungskennzeichen (Mofa-Schild).  

In Deutschland findet man beim Verein Extraenergy e. V. unabhängige Tests, siehe unter Links. 

Für Elektro-Fahrräder werden folgende Akku-Typen eingesetzt:

Blei-Säure-Akkus oder Blei-Gel-Akkus

sind kostengünstig, aber schwer und können einfach recycelt werden.  Sie sind aber empfindlich gegen Falschbehandlung und haben eine begrenzte Lebensdauer.

Nickel-Cadmium-Akkus 

haben mehr Kapazität bei gleichem Gewicht, aber sie sind teurer und Cadmium ist als Schwermetall nur schwer zu recyceln. Ihre Lebensdauer ist größer, was den Preisunterschied wieder etwas kompensiert, aber aufgrund der Umweltbelastungen und Recycling-Probleme werden sie in Zukunft nicht mehr eingesetzt werden.

Nickel-Metall-Hydrid-Akkus

sind theoretisch noch effizienter. Aber die Akkus können teuer werden, denn ihre Kapazität wird über eine großzügigere 5-Stunden-Rate gemessen. Das bedeutet, dass der Vorteil nicht so groß ist, wie er auf den ersten Blick aussieht. Nach unserer Meinung sind auch diese Akkus für die Elektro-Fahrräder nicht geeignet. Aber sie sind nach Ende ihrer Lebensdauer einfacher zu entsorgen.

Lithium-Ionen-Akkus

Die besten modernen Elektro-Fahrräder sind mit Lithium-Ionen-Akkus ausgestattet. Sie bieten im Vergleich zu allen anderen Typen die höchste Kapazität in Bezug auf das Gewicht. Sie haben eine längere Lebensdauer als alle anderen Typen. Das Laden und Entladen der Akkus muss jedoch sorgfältig kontrolliert werden, um zu verhindern, dass die Zellen überhitzen. Daher sind die Ladegeräte vollgepackt mit Elektronik und auch die Akkus enthalten eine  Elektronik, die verhindert, dass die Akkus tiefentladen werden. 

Lithium-Ionen-Akkus sind einfach zu recyceln und sind heute der modernste und zukunftsweisende Akkutyp. Aufgrund der Probleme der anderen Akkutypen haben wir nur - soweit möglich - nur Fahrräder mit Lithium-Ionen-Akkkus in unser Programm aufgenommen.

Die bei unseren Elektrofahrrädern bzw. nachrüstbaren Antrieben eingesetzten Lithium-Ionen-Akkus kommen von namhaften Herstellern: Panasonic, Sanyo und Sony.

Lithium-Polymer-Akkus

sind eventuell die Akkus der Zukunft. Sie haben zwar nicht mehr Kapazität als Lithium-Ionen-Akkus, aber werden vermutlich noch deutlich billiger, wenn sie zur Mainstream-Technologie werden. Heute bieten nur wenige Fahrräder diese Technologie, und niemand weiß, wie lange die Lebensdauer sein wird. 

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