Ein Nabenmotor ist in der Nabe des Vorderrades eingebaut. Damit kann wahlweise eine Ketten- oder Nabenschaltung im Fahrrad eingebaut sein. Meist haben diese Räder aber eine Nabenschaltung mit Rücktrittbremse. Und die Rücktrittbremse war auch meist der Hauptgrund, warum diese Elektrofahrräder mit Vorderrad-Nabenmotor gekauft wurden. Seit es Mittelmotor-Antriebe mit Rücktritt gibt, hat der Vorderrad-Nabenmotor massiv an Bedeutung verloren.

Man findet solche Antriebe fast nur noch im unteren Preissegment z. B. im Baumarkt oder beim Discounter. Außerdem werden sie in flacheren Gegenden noch häufiger eingesetzt.

Der eingestellte Gang hat bei einem Nabenmotor keinen Einfluss auf die Drehzahl. Die Motordrehzahl ist immer direkt proportional zur Fahrgeschwindigkeit. Nabenmotoren gibt es mit oder ohne Getriebe, die meisten Vorderrad-Motoren haben ein Getriebe.

 

Vorderradmotor

 

 

Vorderrad-Nabenmotoren gibt es auf dem Markt von unzähligen Herstellern. In der Qualität gibt es bei den Vorderrad-Antrieben erhebliche Unterschiede. Sie unterscheiden sich im Wirkungsgrad, im Drehmoment, in der Geräuschentwicklung und in der Qualität des Aufbaus, d. h. der Lebensdauer.

Vor- und Nachteile

Plus Rücktrittbremse möglich
Plus gleichmässige Gewichtsverteilung
Plus kostengünstig
Plus kann meist auch nachgerüstet werden
Minus bei manchen Antrieben Geräuschentwicklung möglich
Minus bei losem Boden (Schotter, Sand, nasses Gras o. ä.) seitliches Wegrutschen des Vorderrades möglich 

 

Hier ein Überblick über einige Antriebe auf dem Markt:

Schachner

Die Firma SCHACHNER GmbH aus Österreich bietet seit ca. 1990 Elektroantriebe für Fahrräder an. Man bekommt sie sowohl als Fertig-Elektrorad als auch als Nachrüstsatz. In den letzten Jahren hat dieser Antrieb an Marktanteil deutlich verloren. Die Vorderradmotoren sind relativ leise, seit 2010 werden LiFePo4-Akkus angeboten.

Heinzmann

Die Firma HEINZMANN GmbH & Co. KG aus Schönau bietet ebenfalls seit Jahren Radnabenmotoren mit bürstenlosen Gleichstrommotoren für Elektrofahrräder an. Die relativ starken Motoren verfügen über ein Metallgetriebe, was zum einen robust ist, aber auch zur Geräuschentwicklung beiträgt. Die Antriebe sind sowohl in Fertig-Elektrorädern als auch als Nachrüstsatz erhältlich. Die Bedeutung auf dem Markt hat aber in den letzten Jahren sehr nachgelassen.

TranzX

Der chinesische Hersteller TranzX bietet Vorder- und Hinterrad-Antriebe an. Die Vorderrad-Antriebe sind kräftig und meist leise. Über eine Kraftmessung an der Kettenstrebe wird die Trittkraft gemessen. Leider hat es in der Vergangenheit oft Probleme mit dieser Art der Kraftmessung gegeben, wenn z. B. das Hinterrad wegen eines platten Reifen ausgebaut wurde und sich die Anzugsmomente beim Einbau des Rades geändert haben. Diese Antriebe findet man bei verschiedenen Herstellern, z. B. Winora, Hercules, Victoria, Panther.

Panasonic

Nach dem Erfolg des Mittelmotors hat auch Panasonic ca. 2009 einen Vorderrad-Motor auf den Markt gebracht. Er hat keinen Freilauf und erzeugt auch den Strom für die Fahrradbeleuchtung, wenn der Akku leer ist. Dadurch hat er aber auch etwas Widerstand, wenn er nicht antreibt. Die Antriebskraft ist leider auch nicht sehr groß.

Sanyo

Die Sanyo Vorderrad-Antriebe sind leistungsstark und zuverlässig. Seit ca. 2009 ist im Motor ein Freilauf eingebaut, sodass das Vorderrad auch beim Betrieb ohne Motorunterstützung ganz leicht läuft. Der Antrieb hat einen Kraftsensor am Tretlager, über den die Motorkraft entsprechend der Trittkraft dosiert wird. Seit 2011 gibt es den Antrieb außer in der 26V-Variante auch mit 36V Motorspannung. Sanyo Antriebe waren in Giant Elektrorädern eingebaut, sind aber inzwischen nicht mehr erhältlich.

Promovec

Der Vorderradantrieb von Promovec ist kräftig und zuverlässig. Er ist in Fertig-Elektrofahrrädern z. B. von Bergamont und Promovec erhältich, kann aber auch nachgerüstet werden. Der Antrieb hat einen Drehsensor am Tretlager, welcher nach ca. einer halben Pedalumdrehung den Motor in Gang setzt. Seit 2011 hat der Antrieb einen Freilauf, sodass er auch ohne Motorunterstützung ganz leicht läuft. Wir haben viele dieser Antriebe seit 2010 verbaut. Inzwischen hat der Antrieb an Bedeutung verloren.

Ansmann

Der Akku- und Elektronikhersteller Ansmann hat 2010 ebenfalls einen Antrieb auf den Markt gebracht. Der Antrieb ist leise und kräftig. Er ist ebenfalls sowohl in Fertig-Elektrorädern als auch als Nachrüstsatz verfügbar. Leider setzt nach unseren Erfahrungen die Motorunterstützung erst nach ca. 1,5 bis 2 Pedalumdrehungen ein, was das Anfahren am Berg erschwert.

 

Weitere Informationen geben wir Ihnen gerne im Rahmen einer persönlichen Beratung in unserem Fachgeschäft. 

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